HINTERGRUNDINFORMATION ANALDRÜSEN BEI HUNDE, KATZEN UND ANDEREN HAUSTIERE.

Chronische Analprobleme müssen immer behandelt werden!

Analdruesen

Was sind Analdrüsen und was ist ihre Funktion?

Jede Katze und jeder Hund haben zwei Analdrüsen. Sie liegen jeweils links und rechts etwas unterhalb des Afters (siehe Bild) und sind beide durch einen kleinen Kanal mit dem After verbunden. Die beiden Drüsen produzieren eine Flüssigkeit mit einem spezifischen Geruch. Diese wird durch die Kanälchen dem Kot hinzugefügt. Mittels diesen Geruchs ist Ihr Hund oder Ihre Katze in der Lage sein/ihr Territorium zu markieren und mit anderen Tieren zu kommunizieren.

Warum gibt es so häufig Probleme mit Analdrüsen?

Wie schon gesagt, sind die Analdrüsen dafür zuständig, dem Kot einen charakteristischen Geruch zu geben, damit das Tier sein Territorium abgrenzen kann. Heutzutage besteht das Tierfutter zum größten Teil aus pflanzlichen Bestandteilen, wobei das Futter früher eher aus Fleisch und Knochen zusammengesetzt war. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass durch die Veränderungen in der Futterzusammenstellung unserer Hunden und Katzen der Kot nicht mehr hart genug wird. Hierdurch werden die Analdrüsen nicht mehr richtig ausgedrückt. In den sehr vollen Analdrüsen entsteht hierdurch nicht nur einen "Druck", sondern der Inhalt fängt so zu sagen auch an zu gären. Dies ist der Grund, warum Bakterienwachstum stattfindet und eine Entzündung entstehen kann.Hunde können mit ihrem Maul nicht selber die Analdrüsen erreichen. Deswegen lecken und beißen sie in dem Bereich um die Rute herum, manchmal so heftig, dass es blutet. Auch durch das so genannte "Schlittenfahren" versucht der Hund den (Juck-)Reiz zu lindern. Der Hund reibt hierbei mit seinem After über den Boden. Katzen hingegen können selber ihre Analdrüsen erreichen. In der Praxis sieht man diese Erkrankung dann auch viel häufiger bei Hunden als bei Katzen.

Symptome chronische Analprobleme

  • mit dem After über den Boden scheuern, auch "Schlittenfahren" genannt
  • beißen und Lecken in dem Bereich um die Rute
  • ein um den After herum besonders empfindlicher und schmerzhafter Bereich
Analdruesen Entzuendung

Schweregrade der Erkrankung Analdrüsen

  • die Analdrüsen werden nicht ausreichend entleert und sind übervoll
  • die Analdrüsen sind entzündet, hierbei kann gelb-grüner Eiter freikommen, oder der Eiter ist rot gefärbt durch Blutbeimengung, siehe 1
  • es entsteht ein Abszess. Dies ist ein abgekapselter Hohlraum, der mit Eiter gefüllt ist. Dieser Abszess kann aufbrechen, so dass Eiter und Blut ablaufen. Es können auch Komplikationen auftreten, wie Fistelbildung (kleine "Gänge", wodurch der Eiter abfließt), oder vielleicht kann Ihr Haustier sein Kot nicht mehr halten (Inkontinenz). Außerdem ist ein Abszess äußerst schmerzhaft!

Das Ausdrücken der Analdrüsen

Eine gesunde Analdrüse ist etwa so groß wie eine Erbse und ist unter der Haut kaum tastbar. Eine prallvoll gefüllte Analdrüse dahingegen kann man gut tasten. Als Faustregel kann man sagen: sobald eine Analdrüse tastbar ist, muss sie ausgedrückt werden. Dies sollten Sie zunächst von Ihrem Tierarzt machen lassen. Falls die Analdrüsen sich regelmäßig füllen, können Sie überlegen, ob Sie es selber machen. Sie sollten sich das aber von Ihrem Tierarzt zeigen lassen und es nicht einfach selber mit Hilfe eines Textes oder Abbildung versuchen. Es kann nämlich vorkommen, dass die Flüssigkeit in der Analdrüse sehr dick und nicht einfach zu entfernen ist. Dies kann dann für Ihr Tier sehr schmerzhaft sein.

Normalerweise reicht es aus, wenn die Analdrüsen von Ihrem Tierarzt ausgedrückt werden. Es kommt allerdings immer häufiger vor, dass nach einiger Zeit (Wochen) die Analdrüsen wieder prall gefüllt sind und die Erkrankung chronisch wird. Der Tierarzt wird die Analdrüsen immer wieder ausdrücken müssen und anschließend mit Antibiotika spülen. Hierfür braucht Ihr Hund eventuell eine Narkose. Manchmal wird empfohlen, die Analdrüsen operativ entfernen zu lassen.